1947

Der "Vorverein"

 

Die Gründung des Vereins "SG Bramsche - Estringen" fand 1947 in einer Bauerndiele statt.
Hermann Revermann aus Duisburg soll als 1. Vorsitzender gewählt worden sein.
Als Schriftführer wurde Hans Schnelle vorgeschlagen. Auch wurde noch Georg Schomakers als erster Vorsitzender genannt, der später von Heinrich Schnieders abgelöst wurde. Danach trat Theodor Wallmann das Amt bis zu Auflösung an.


Es nahmen 2 Senioren- und eine A-Jugendmannschaft am Spielgeschehen teil. Der ganze Spielbetrieb konnte bei den Senioren durch die vielen Neugründungen nicht in den bestehenden Klassen eingehalten werden, so dass alle Vereine in 3 Gruppen eingeteilt wurden.

Gruppe Mitte: Olympia Laxten, SC Baccum, TuS Lingen, SV Biene, SV Lohne, SuS Darme, SG Bramsche - Estringen

Das obige Foto zeigt die 1. Seniorenmannschaft von 1947 mit folgenden Spielern:
Hinten .v.l. Franz Brinker, Fritz Karnatschke, Franz Ehlert, Adolf Rudies, Willi Rensmann,
Hans Weinhold, Schiedsrichter Bernhard Otten
Mitte v.l. Theo Möller, ? ? , Hermann Over
Vorne v.l. ?Schlitio?, Georg Kley, ? ?

Das obige Foto zeigt die A-Jugend von 1947 mit folgenden Spielern:
Hinten v.l.: Karl Grohne, Stephan Sprehen, Paul Stephan, Heinrich Beck, Winfried Hippel,
Mitte v.l.: Heinz Jakschies, Hermann Revermann, Alfons Rensmann,
Vorn v.l.: ?Schlitio? ? (Herbert Revermann, Dr. Franz Möller oder Ludwig Grohne) ?

Wie in den Nachkriegsjahren üblich, musste sehr viel improvisiert werden. Die Heimspiele in Bramsche wurden auf dem damaligen Sandplatz an der Weseler Straße ausgetragen. Zu den Auswärtsspielen ging es mit dem Lantz Bulldog von Bernd Wess und offenen Anhänger oder mit dem Sattelschlepper von Kurt Rupp. Mit dem Pferdewagen von Georg Schomakers fuhr man sogar bis nach Lohne.

Nach einem hart und teilweise unfair geführten Spiel von Biene, mussten die Bramscher nach Spielende flüchten, ohne sich umzuziehen. Der Sieg wurde dann in Bramsche mit selbst gebranntem Fusel gefeiert. Zu einer Mannschaftsfahrt zur Freilichtbühne nach Bad Bentheim wurden Eier und Speck als Eintrittsgeld mitgenommen.

Auf dem Kreissporttag 1947 wurde erstmalig von einem Schiedsrichtermangel gesprochen und Möglichkeiten ersonnen, diesem Umstand abzuhelfen. (Also wie heute noch.)

Schon Mitte Januar 1949 begannen die einzelnen Spielklassen ihre Frühjahrsserie, doch konnten die Spiele wieder nur unter schwierigsten Bedingungen absolviert werden. Mitschuld war sicher das Verbot "Personen mit Lastwagen zu befördern". Auch nahm die allgemeine Verschuldung der Sportvereine zu.

Die Abschlußtabelle des Jahres 1948/49 der Kreisklasse:

 

Mannschaft Punkte
   
SV Biene 27: 9
SuS DarmeII 24:12
SC Spelle 23:13
SV Wettrup 23:13
SG Bramsche-Estringen 21:15
Viktoria Gersten 21:15
Adler Messingen 20:16
Olympia LaxtenII 9:27
SG FrerenII 9:27
BW LünneII 5:31



Mit dem 1. September 1949 begann das neue Spieljahr 1949/50. Die Kreisklassen wurden in A und B eingeteilt. Allerdings löste sich die SG Bramsche -Estringen auf, da es finanziell einfach nicht mehr weiter ging; zudem fehlte ein geeignetes Sportgelände. Die etwa 45 Mitglieder schlossen sich zumeist dem Nachbarverein Blau -Weiß Lünne an.

Von 1950 bis 1966 ist keine organisierte sportliche Aktivität mehr zu ersehen.

 

 

1966

Das Gründungsjahr der SG Bramsche

 

Was passierte in der Welt?

· In China beginnt die Kulturrevolution unter Mao.
· Letzter gemeinsamer Auftritt der legendären Popgruppe "Beatles".
· England wird Fußballweltmeister gegen Deutschland - es fällt ein umstrittenes Tor (Wembley-Tor).

 

 

Und was passiert bei der SG Bramsche?

Die Gründungsversammlung

Am 29.07.1966 erklären sich viele Bürger aus Bramsche und Umgebung bereit, einen Sportverein zu gründen.

Das Gründungsprotokoll. Zum Vergrößern bitte anklicken!

Am 23.8.1966 lädt dazu ein Gründungsausschuss die Bürger ein, die vorher sich bereit erklärt hatten, Mitglied des Vereins zu werden.

Am 31.8.1966 um 19.30 Uhr beginnt im Saale Heskamp der "Urknall". Der damalige Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kruse begrüßte die Sportfreunde. Volker Winter übernimmt die Protokollführung. Der Vorstand konstituiert sich:

1. Vorsitzender: Heinrich Schnieders
2. Vorsitzender: Georg Kley (sen.)
Schriftführer/Geschäftsführer: Hermann Limbers
Kassenwart: Friedrich Jaske
Fußballobmann: Theo Wallmann
Jugendwart: Reinhard Revermann


Heinrich Schnieders

Zum Vergrößern bitte anklicken!

 

In einer kurzen Ansprache weist Heinrich Schnieders (obiges Bild) auf den Geldmangel hin - aber das kennen wir ja heute noch. Da Lehrer ständig mit Kindern/Jugendlichen umgehen, will man den Herren Herbermann und Hartke die Aufgabe als Jugendwart auferlegen; allerdings erwehren sich diese Wunschpartner der Aufgabe und das ganze muss zunächst vertagt werden. Letztendlich nimmt Reinhard Revermann das Amt des Jugendwartes an. Mit großer Mehrheit einigt man sich auf den Vereinsnamen "SG Bramsche". Bei der Festlegung der Trikotfarben muss man noch diskutieren und legt sich dann aber auf "schwarz-weiß" fest. Um überhaupt Fußball spielen zu können, gilt es, den Platz in Estringen herzurichten. Sehr bescheiden ist man nach heutigen Maßstäben mit den Mitgliedsbeiträgen: 12 DM p.a. für Erwachsene und 3,60 DM für Kinder. Theo Möller weist in der Versammlung darauf hin, es wäre zukunftsweisend, wenn noch weitere Sportangebote folgen würden. - Wie recht er doch hatte! -

Erste Vorstandsarbeiten:

Schon bald nach der Gründungsversammlung nimmt der neue Vorstand seine Arbeit auf. Am 29.9.1966 gibt es eine Mitgliederversammlung, an der jetzt schon 83 Mitglieder teilnehmen. In erster Linie gilt es, die Vereinssatzung abzusegnen und dem Vorstand die Ermächtigung zu erteilen, selbständig den Verein zu führen, ohne bei jedem Beschluss gleich eine Mitgliederversammlung einberufen zu müssen.

Ein Schmankerl aus der damaligen Mustersatzung für Sportvereine

"Zehn Gebote für den Sportler"

1. Niemals aufgeben
2. niemals sich drücken
...5. niemals über Vorgesetzte spotten
...10. Ehre das Spiel, das du spielst, denn der, der ehrlich und ausdauernd spielt, gewinnt, auch wenn er verliert.

Die Zielsetzung des Vorstandes: (Zitat)

"Wichtigste Sache in unserem neuen Verein ist es, dass der Fußball rollt!"

Am 25.9.1966 rollt tatsächlich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Ball über den grünen Rasen. Hierzu gibt es ein Training für alle Fußballverrückte, um sich kennen zu lernen. Unter den Argusaugen von Volker Winter kristallisieren sich Spieler für 2 Seniorenmannschaften heraus. Ein Problem der Anfangszeit - Man hat nur eine Trikotgarnitur für zwei Mannschaften. Der Schützenverein hilft aus und sponsort ein halbes Jahr später die fehlenden Trikots!

Vor dem Hintergrund, dass man mit umliegenden Vereinen eine freundschaftliche Verbindung eingehen will, lädt die SGB Mitte Oktober zu einem Fußballnachmittag auf dem Sportplatz in Estringen ein. Der SC Baccum ist der erste Gegner. Über das Ergebnis des ersten historischen Spiels ist nichts mehr in Erfahrung zu bringen, jedoch gibt es anschließend einen öffentlichen Tanz im Saale Heskamp. (Das Feiern kam also schon damals nicht zu kurz!)

Die erste Mannschaft 1966. Zum Vergrößern bitte anklicken!

 

Sogar auf der großen politischen Bühne nahm man von der Vereinsgründung Kenntnis: So schrieb der persönliche Referent des Bundestagspräsidenten an den 1. Vorsitzenden Heinrich Schnieders:
"....habe dem Herrn Bundestagspräsidenten von der Neugründung des Sportvereins in Bramsche berichtet.... er hat mit großem Interessen Kenntnis genommen.. wünscht den Sportlern viel Erfolg..."

Vorstand:

1. Vorsitzender Heinrich Schnieders
2. Vorsitzender Georg Kley (sen)
Kassenwart Friedrich Jaske
Schriftführer Hans Limbers
Jugendwart Reinhard Revermann
Fußball Theo Wallmann

Mitglieder zum Jahresende 1966: 206

 

 

1967

Pionierarbeiten - Die Frauen kommen

 

Was passiert in der Welt?

· Sechs-Tage-Krieg in Israel.
· Die Hippiebewegung erreicht in diesem Jahr ihren Höhepunkt.
· Konrad Adenauer stirbt.

 

 

Und was passiert bei der SG Bramsche?

Sehr engagiert diskutiert man im Vorstand über die künftigen Fußballplätze. Hierbei steht die Herrichtung des Platzes in Estringen und eine Umkleidemöglichkeit im Vordergrund. Im Gespräch ist auch ein möglicher Platz an der "Gleesener Str." in Höhe "Gut Spyck" oder an der "Weseler Str.". Die "Weseler Str." stößt wegen der Nähe zur B 70 nicht auf das Wohlwollen aller Vorstandsmitglieder; so verlässt beispielsweise schon mal ein Vorstandsmitglied aus Protest die Vorstandsrunde, letztendlich einigt man sich jedoch auf die "Weseler Str.".

Gründung der (Frauen)-Turnabteilung:

Mit dem reinen Männer-Fußballverein ist schon am 1.3.1967 Schluß - dann kommen die Frauen ins Spiel. Der Ursprung geht aber ins Jahr zuvor: Nach der Gründung der SGB feierte der Vorstand sein Fest in der Gaststätte Theo Möller. An einem Tisch saß eine Gruppe Frauen, deren Männer an die Theke gegangen waren und dort wohl auch "hängen" blieben. In einem intensiven Gespräch der Damen kamen der Wunsch, sich nun ebenfalls sportlich zu betätigen. Diese Idee wird dann auch umgesetzt. Der Vereinsvorsitzende engagiert auch gleich mit Frau Brosche vom MTV Lingen eine qualifizierte Übungsleiterin. Im Saal der Gaststätte Heskamp machen ab dann regelmäßig 30-35 Frauen unter der Leitung der Kreisturnwartin (!) Gymnastikübungen.

Fußball - Erfahrungen im Spielbetrieb

Erst ab Anfang 1967 dürfen die SGB-Fußballmannschaften offiziell am Spielbetrieb teilnehmen. Vorher übt man noch freundschaftlich gegen andere Mannschaften (in sogenannten Pflichtfreundschaftsspielen). In der Tageszeitung gibt es folgenden Kommentar: "...nicht gerade erfolgreich spielte bisher die Reserve des neugegründeten Sportvereins SG Bramsche. In vier Spielen konnte noch kein Sieg errungen werden.....Wesentlich erfolgreicher zeigte sich die erste SG-Mannschaft. Von sechs Spielen gewannen sie vier...."

Von 1966 - mit Unterbrechungen - bis 1974 trainiert Eduard Sczilinski die Fußballer. Er erweist sich als Glücksgriff. Mit Ruhe und Sachkenntnis motiviert er die Mannschaften auch in schwierigen Situationen.

Am 8.1.1967 tritt zum erstenmal eine SGB-A-Jugend im Punktspielbetrieb an und trifft auf die Reserve von Olympia Laxten. Das Auswärtsspiel wird sogar mit 4:0 gewonnen. In der Spielchronik ist von 340 Zuschauern die Rede. Ob das wohl stimmt? In der A-Jugend der ersten Stunde spielen: Ignatz Pöling, Hubert und Bernhard Greve, Gregor Heskamp, Gerd Kley, Bernd Mers, G. Mers, Hermann Heskamp, Georg Wallmann, Alfons Lögering, H-J. Vieth.

Schüler 1 Saison 1967/68 (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

Schüler 2 Saison 1967/68 (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

 

 

Der Vorstand:

1. Vorsitzender Heinrich Schnieders
2. Vorsitzender Georg Kley (sen)
Kassenwart Friedrich Jaske
Schriftführer Hans Limbers
Jugendwart Reinhard Revermann
Fußball Theo Wallmann

Mitglieder zum Jahresende 1967: 234

 

 

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